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Ammar Al-Hakim zu Besuch in Berlin

Während seines auf Einladung der Körber-Stiftung erfolgten Besuchs in Berlin besuchte S. Em. Ammar Al-Hakim, Vizepräsident des schiitisch dominierten Supreme Islamic Iraqi Council (SIIC), am 29. Mai 2008 auch die Geschäftsstelle der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V.
In einer Gesprächsrunde zur wirtschaftlichen Entwicklung im Irak, an der auch Dipl.-Ing. Nasyr Birkholz teilnahm, verwies S. Em. Al-Hakim auf das riesige wirtschaftliche Potenzial seines Landes, das vor allem auf enormen Rohstoffvorkommen (z.B. 350 Mrd. Barrel Ölreserven) basiert. Den günstigen Fördermöglichkeiten stehen jedoch Sicherheitsbedenken und politische Probleme gegenüber. Diese Probleme seien jedoch fremdverschuldet und das irakische Volk bezahle den Preis für Dinge, für die es nicht verantwortlich sei. Zu den Schwierigkeiten im eigenen Land komme die Furcht einiger Nachbarn vor einer demokratischen Entwicklung im Irak und dadurch ausgelösten Forderungen, die Minderheiten in den Nachbarländern hinsichtlich ihrer Rechte stellen könnten. Für S. Em. Al-Hakim gibt es im Irak trotz aller Schwierigkeiten nur den Weg einer Konsens-Demokratie. Neben der Weiterentwicklung der politischen Lage müsse der eigene Sicherheitsapparat gestärkt werden, damit sich die allgemeine Sicherheitslage zügig bessern könne.
Nachdruck legte Al-Hakim auf die wirtschaftliche Entwicklung des Irak, die sich auf einem guten Weg befinde. So sei die Arbeitslosenquote von 55% auf 16% gefallen und die Inflationsrate von 66% auf 19%. Die wichtigen Infrastrukturprojekte wie z. B. die Eröffnung der Flughäfen in Basra und Nedschef würden diese positive Entwicklung weiter unterstützen.
Hinsichtlich des föderalen Aufbaus des Irak wies er darauf hin, dass Föderalismus zwar noch oft falsch, nämlich als Grundlage für eine Zersplitterung des Landes, verstanden werde und oftmals noch altes, zentralistisches Denken vorherrsche, es aber nur eine Frage der Zeit sei bis das föderale System, welches schließlich in anderen Ländern auch gut funktioniere, auch im Irak als Chance verstanden werde.
In der anschließenden Diskussion, die vom DAFG-Präsidenten Dr. Otto Wiesheu moderiert wurde und an der sich auch die anwesenden Botschafter S.E. Alaa Hussain Al-Hashimy (Botschafter der Irakischen Republik) , S.E. Mohammed Al-Orabi (Botschafter der Arabischen Republik Ägypten), S.E. Abdul Nabi Musayyab (Botschafter der Mission der Liga der Arabischen Staaten) und S.E. Abdulaziz Al-Mikhlafi (Ghorfa-Generalsekretär im Rang eines Botschafters) lebhaft beteiligten, wurde seitens aller Anwesenden die Notwendigkeit betont, positive Nachrichten über den Irak zu verbreiten. Der Besuch von S. Em. Ammar Al-Hakim und seine fundierten Ausführungen seien eine solche positive Nachricht und damit besonders zu begrüßen.Copyright © 2009 ---.
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